Spielzeit 1976/77
Visionen und Träumereien in der Theaterwüste
Zwischen Tournee-Roulette und gepflegtem Chaos: Erlanger Theatergänger haben die Qual der Wahl bei der Gastspiel-Spannbreite an gleich zwei städtischen Bühnen – Große Stars und kleine Entdeckungen: Von Brandner Kasper bis Ortrud Beginnen, von Beckett bis Fugard.
Nach kontroverser Diskussion und engagiert vorgetragenen Rechtfertigungen: Der Stadtrat verlängert den Vertrag von Manfred Neu bis 1979 – CSU sieht Anforderungen, die an den Theaterleiter gestellt wurden, nicht erfüllt.
Kulturreferent Schnetz stärkt seinem Theatermacher den Rücken: „Ein-Mann-Betrieb leistet gute Arbeit“.
Während sich in der Politik die Geister an seiner Person scheiden, ist die Kritik längst von seinen Qualitäten überzeugt und seiner Aufbauarbeit angetan: „Stern des Jahres“ der „Abendzeitung“ für Manfred Neu.
Luftschloß, Kuckucksheim oder ganz einfach Größenwahn? Kontroverse Diskussionen über ein angedachtes „Kulturhaus-Projekt“ ist entbrannt.
Der polnische Theater-Berserker Tadeusz Kantor betritt die Erlanger Bühne. Das „Living Theatre“ zerstört Legenden und trampelt auf Idyllen herum.
Eine Passion in Blech: Manfred Neu inszeniert „Autofriedhof“ von Arrabal mit viel Action zwischen Schrott und Rost.
Premieren der Spielzeit 1976/77
